Erste videogestützte Beratung im Internet für pflegende Angehörige

Pflegenden Angehörigen von Demenzkranken wird nun auch im Internet eine professionelle, kostenlose Schulung und Beratung angeboten.

Um plastischer aufzuzeigen, wie die Schulung online funktioniert, ist hier ein Link aus dem ZDF Morgenmagazin mit eingefügt: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2113704/Online-Chat-fuer-pflegende-Angehoerige?bc=svp%3Bsv0%3Bkua2113606&flash=off

Diese Schulung erleichtert das Verständnis für die Krankheit und gibt eine praktische Hilfestellung im Umgang mit dem Demenzkranken.

Im folgenden die entsprechende Pressemitteilung:

- Pressemitteilung –

Erste videogestützte Beratung im Internet für pflegende Angehörige

 Die Hochschule Magdeburg-Stendal und die Delphi-Gesellschaft bieten kostenlos die europaweit erste Videochat-basierte Schulung und Beratung für pflegende Angehörige von demenzerkrankten Menschen im Internet an.

Das Internet ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Es liegt nahe, dieses Medium auch zur Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen zu nutzen, so auch für die Gruppe der pflegenden Angehörigen. Demenz ist ein Thema, das durch den bevorstehenden Welt-Alzheimertag am 21. September stärker in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit rückt. In Deutschland leben derzeit 1,4 Millionen Menschen mit der Erkrankung, wobei ein Großteil von ihnen durch Angehörige gepflegt und betreut wird. Die Pflege ist häufig mit großen Herausforderungen für die Angehörigen verknüpft. Gleichzeitig bleibt den Angehörigen keine Zeit, Beratungs- und Hilfsangebote vor Ort zu nutzen. Um ihnen einen leichten Zugang zu professioneller Unterstützung zu ermöglichen, gibt es nun das internetbasierte Programm Demenz anders sehen (Demas).

Im Rahmen des zehnwöchigen, kostenlosen Programms treffen feste Gruppen von bis zu sieben Angehörigen online unter der Leitung einer Fachkraft im Gesprächsraum auf der Webseite www.demenz-anders-sehen.de zusammen. Das Bild- und Tonsignal der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird wie in einer Videokonferenz in den Gesprächsraum übertragen, so dass sie sich miteinander austauschen können. In den zehn Gruppensitzungen werden Themen besprochen, die für pflegende Angehörige erfahrungsgemäß besonders wichtig sind: Neben diversen Tipps zur Gestaltung des Pflegealltags erhalten die Teilnehmer viele Hinweise, wie sie das Wohlbefinden und die Selbstständigkeit der erkrankten Person so lange wie möglich fördern können. Weiteres Thema ist die Gestaltung des Umgangs mit der erkrankten Person, um Missverständnissen vorzubeugen und einen Zugang zur Person zu finden. Um körperliche und psychische Belastungen der Pflegenden selbst besser abzufedern, werden zudem Möglichkeiten zur Stressbewältigung vorgestellt und eingeübt. Ziel des Programms ist es, die Bewältigungsmöglichkeiten von pflegenden Angehörigen zu stärken und sie bei der belastenden Pflege-Aufgabe emotional zu unterstützen.

Die Leitung des Programms übernehmen speziell geschulte Absolventen des Studiengangs Rehabilitationspsychologie (Bachelor of Science) der Hochschule Magdeburg-Stendal. Um die Beratungsqualität des Programms zu sichern, wird es von der Delphi-Gesellschaft (Berlin) wissenschaftlich begleitet. Gefördert wird das Projekt vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband).

Weitere Informationen zu dem Projekt unter: www.demenz-anders-sehen.de

Über das Demas wurde bereits u.a. im Spiegel Online, in der Zeit Online, in der Mitteldeutschen Zeitung und im ZDF Morgenmagazin berichtet.

Interviewpartner (Teilnehmer und Schulungs-Leiter) werden sehr gerne zur Verfügung gestellt.

Forderungen an die Pflegereform

Stellungnahme der Arbeitsgruppe „Pflege“ im Bundesverband haushaltsnaher Dienstleistungsunternehmen e.V. zum Bericht des Expertenbeirats zur konkreten Ausgestaltung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs vom 27. Juni 2013

Der BHDU fordert:

Wir fordern, dass mit der Pflegereform eine Gleichstellung der Hauswirtschafts- und der Betreuungsberufe neben den Pflegeberufen bei den Pflegekassen erfolgt!

In dem Expertenbeirat arbeitete keine Vertreterin/kein Vertreter aus dem Fachbereich „Hauswirtschaft“ und der „Betreuung“ mit. Es fehlen somit die wichtigen Stimmen der an der Pflege, Betreuung und Versorgung beteiligten Berufszweige.

Die ambulante Pflege besteht aus drei Säulen: Körperpflege – Hauswirtschaft – Betreuung

Zu jeder Säule gehören Berufsgruppen:

Körperpflege: Pflegedienstleiter, Krankenschwester, Altenpfleger/in, etc.

Hauswirtschaft: Dipl.- Oecotrophologen, Hauswirtschaftsmeisterin, Hauswirtschafterin, etc.

Betreuung: Demenzbegleiter/innen, Seniorenbegleiter, Alltagsbegleiter, etc.

Z. Zt. ist die Pflege so gestaltet, dass nur die Berufsgruppe, die Körperpflege gelernt hat, mit den Pflegekassen abrechnen kann. Eine Krankenschwester, die noch nie für alte Menschen gekocht hat oder sich mit den unterschiedlichen Putzmitteln auseinandergesetzt hat, geschweige denn etwas von rationeller Arbeit in der Hauswirtschaft gehört hat, darf hauswirtschaftliche Versorgung bei den Pflegebedürftigen erbringen und mit den Pflegekassen abrechnen während die ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin keine Möglichkeit der direkten Abrechnung mit der Pflegekasse hat.

Das ist mit folgender Situation vergleichbar: Bei dem Bau eines Wohnhauses darf nur der Dachdecker die Klempnerleistung erbringen und nur der Dachdeckermeister bekommt die Klempnerarbeit bezahlt.

Selbst bei der Pflegestufe 0, in der es gleichrangig um Grundpflege, hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung geht, können hauswirtschaftliche Dienstleister ihre qualifizierte Leistung nicht abrechnen!

Mit welchem Recht wird der qualifizierte Beruf der Hauswirtschaft bei der Pflegeabrechnung ausgeschlossen, obwohl seine Leistung erbracht wird?

Wie soll eine Krankenschwester Qualität in Hauswirtschaft erbringen ohne jegliches fundiertes Wissen?

Das gleiche gilt für den Bereich Betreuung. Berufsgruppen, die speziell für die Betreuung ausgebildet wurden, können zwar das Betreuungsgeld von 100 € oder 200 € abrechnen, können aber nicht die Betreuung über die Pflegesachleistung abrechnen. Dadurch sind sie klar im Nachteil gegenüber den Pflegediensten. Das ist nicht nur Wettbewerbsverzerrung sondern führt auch dazu, dass der Pflegebedürftige u. U. schlechtere Betreuung bekommt, weil ein Pflegedienst nach der jetzigen Gesetzeslage nicht qualifizierte Betreuer einsetzen kann. 1800 Betreuungsdienste in NRW werden dadurch benachteiligt.

Qualifizierte Pflege kann nur erbracht werden, wenn diejenigen, die diesen Beruf erlernt haben, diese Tätigkeit erbringen und abrechnen können!

Von einer neuen Bundesregierung fordern wir

1. Beteiligung an dem Gesetzgebungsprozess

2. Gleichstellung der Hauswirtschaft und der Betreuungsdienste im umfassenden Pflegeangebot

3. Eigenständige Abrechnung der Hauswirtschaftsleistungen und Betreuungsleistungen

4. Qualitätssicherung der hauswirtschaftlichen Leistungen und der Betreuungsleistungen

Wilma Losemann

Bundesverband haushaltsnaher Dienstleistungsunternehmen e.V.
Arbeitsgruppe Pflege

Demenzbetreuung – Politik und Praxis

Wir sprechen von Altersarmut, davon, dass immer mehr ältere Menschen auf einen Nebenjob angewiesen sind, setzen aber bei der Demenzbetreuung auf das ehrenamtliche Engagement dieser Menschen mit oft nachgewiesen hoher Sozialkompetenz. Es gibt kaum Angebote an angemessen bezahlter und gesellschaftlich wertvoller Arbeit für diese Bevölkerungsgruppe.

Was ist für die Praxis der Demenzbetreuung wünschenswert und notwendig, was ist politisch gewollt?

Politisch gewollt ist in den meisten Bundesländern, dass freiwillige HelferInnen und ambulante Pflegedienste Demenzbetreuung leisten (Nur wenige Bundesländer lassen auch private Dienstleister zu, u. a. Nordrhein-Westfalen). Viele hoch motivierte arbeitswillige ältere Menschen suchen eine anspruchsvolle und befriedigende Aufgabe. Sie sind darauf angewiesen, Einkommen zu generieren, um ihre laufenden Kosten decken zu können, um zusätzliche notwendige Anschaffungen zu tätigen oder den Lebensabend abzusichern.

Demenz ist eine Krankheit, die das Gehirn angreift und nachhaltig schädigt, deren Verlauf aber nach aktuellem Erkenntnisstand nicht geheilt, sondern lediglich hinausgezögert werden kann.

Pflegende Angehörige leiden oft unter Dauerstress und schlechtem Gewissen und müssen entlastet werden, um wieder Kraft für ihre aufopfernde Aufgabe zu tanken. Die Anzahl pflegender Angehöriger nimmt kontinuierlich zu, ca. 23 % sind berufstätig, davon fast die Hälfte in Vollzeittätigkeit. Das Problemfeld „Beruf und Pflege“ wird zunehmend – auch und gerade für Unternehmen – spürbar und hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Wie sollte eine Demenzbetreuung aussehen, die den Pflegenden dann, wenn er es braucht, entlastet und den Demenzkranken individuell fördert?

Zunächst benötigt der Demenzkranke Kontinuität in der Betreuung (er kann sich nicht auf wechselndes Betreuungspersonal einstellen). Qualität (durch solide Ausbildung/ Weiterbildung der Betreuer) ist ein absolutes Muss. Flexibilität bedeutet, auch kurzfristig oder am Wochenende zur Verfügung zu stehen und Professionalität gewährleistet eine individuelle Bedarfsermittlung, Dokumentation des Krankheitsverlaufes, Zuverlässigkeit und Diskretion.

Doch wer kann und will diese Qualitätskriterien erfüllen?

Das Pflegeneuausrichtungsgesetz  (PNG) sieht zusätzliche Mittel für die Demenzbetreuung vor, die u. a. als Sachleistungen von ambulanten Pflegediensten zu erbringen sind. Gleichzeitig versuchen die Pflegekassen mit den ambulanten Pflegediensten Zeitvergütungen für Betreuungsleistungen auszuhandeln, deren Höhe den Einsatz qualifizierter Fachkräfte unmöglich macht. Unabhängig davon ist für Pflegedienste keine spezifische Ausbildung für die Betreuung demenzkranker Patienten vorgeschrieben – im Gegensatz zu dem mindestens 30stündigen Lehrgang nach § 45 SGB XI für HelferInnen in Nordrhein-Westfalen oder bspw. 20 Stunden in Sachsen. Und je nach Quelle werden bis 2025 zwischen 150.000 und 280.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt.

Die politisch gewollte Wettbewerbsverzerrung wird nicht durch kartellrechtliche Regelungen tangiert, da der öffentliche Sektor hier hoheitlich, jedoch nicht unternehmerisch, tätig wird.
Die Lösung dieses Dilemmas kann nur in einer Öffnung der Märkte (Änderung vieler Landesverordnungen) und damit des Zulassens privater Anbieter von Demenzbetreuung liegen, die auch nachweislich, wie es bereits in NRW erfolgreich praktiziert wird, die o. a. Qualitätskriterien erfüllen.

Damit könnte man nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Altersarmut leisten, die öffentlichen Kassen durch Einzahlung von Sozialabgaben/Steuern füllen, die (nicht nur verdeckte) Arbeitslosigkeit abbauen und gleichzeitig Einkommen schaffen, das die Binnennachfrage stärkt, es würde auch die Demenzkranken qualifiziert fördern und ihre Angehörigen effizient und kompetent entlasten. Ein Rechtsanspruch auf Entlastung/Betreuung – analog zum rechtlichen Anspruch auf Krippenplätze – könnte eine grundlegende Voraussetzung für eine Bewältigung eines der größten Probleme des demografischen Wandels darstellen.

Bernd Kaiser

“Pflegereform” – kritisch gesehen

Das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, die sogenannte „Pflegereform“ wurde am 29. Juni 2012 durch den Bundestag (Koalitionsmehrheit) beschlossen. Es soll u. a. der Situation der Demenzkranken in der Pflege besser gerecht werden. Die politischen Parteien jonglieren mit Zahlen, ohne den Menschen (sei es der Demenzkranke oder der pflegende Angehörige) in den Fokus zu stellen.

Einig sind sich auch die Oppositionsfraktionen was die Kritik an der Definition des Begriffs „Pflegebedürftigkeit“ angeht, denn nur Pflegebedürftige erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung. Noch bleibt es bei dem geltenden Begriff, der explizit und ausschließlich auf körperliche Gebrechen abzielt, psychische und geistige Beeinträchtigungen bleiben in den bestehenden Pflegestufen außen vor. …und dann gibt es ja noch die Sonderregelungen für Menschen mit „eingeschränkter oder erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“- und damit wird Demenz angesprochen..

Es scheint, als habe kein Parlamentarier jemals etwas mit Demenz oder deren Verlauf zu tun gehabt, oder aber man könne sich einfach nicht mehr an die kürzlich erhaltenen Informationen erinnern – oder man habe sie einfach nicht erhalten und handele „einfach aus dem hohlen Bauch heraus“ – oder es fehlt der sehr heterogenen Gruppe der Demenzkranken und deren Angehörigen einfach eine Lobby?

Die Leistungen für Demenzkranke werden ab dem 01. Januar 2013 erhöht, um deren ambulante Versorgung zu verbessern, d. h. ambulante Pflegedienste sollen nun neben der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung auch vermehrt Betreuungsleistungen anbieten. Damit profitieren ausschließlich ambulante Pflegedienste von dem erhöhten Pflegegeld, vorausgesetzt, sie können und wollen tatsächlich Demenzbetreuung anbieten.

Da macht es sich die Politik leicht. Die Bedürfnisse des Demenzkranken werden gar nicht erst thematisiert. So bemerkt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zu Recht in ihrer Stellungnahme zum Referentenentwurf „….bleibt unbedingt zu fordern, dass diese zusätzlichen Leistungen für alle Leistungsarten auch für zusätzliche niedrigschwellige Angebote (§ 45 b Abs. 1 Ziffer 4) verwandt werden können, um eine Kontinuität in der Betreuung zu gewährleisten. Es ist unsinnig, dass für die Inanspruchnahme von weiteren Betreuungsleistungen ein Pflegedienst in Anspruch zu nehmen ist.“

Es ist sicherlich gut und wünschenswert, dass für die Entlastung pflegender Angehöriger von Demenzkranken mehr Mittel zur Verfügung stehen. Aber diese sollten auch in deren Sinne zielgerichtet eingesetzt werden können: für eine kontinuierliche qualifizierte Demenzbetreuung, die den Demenzkranken wertschätzend fördert, die den pflegenden Angehörigen auch kurzfristig oder auch am Wochenende entlasten kann – und, was gesamtwirtschaftlich sinnvoll und wünschenswert ist, auch sozialversicherungspflichtige Arbeit und damit Einkommen schafft.

Doch das ist nicht so einfach, denn in dem Antrag der SPD-Fraktion vom 13.06.12 zum Gesetzentwurf heißt es u. a. im Hinblick auf den zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege: „Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden 2025 rund 152 000 Fachkräfte in der Pflege fehlen. Nach Angaben des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste werden in den nächsten zehn Jahren sogar 288 000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt.“  Und damit ist ausschließlich die medizinische Pflege gemeint.

Und diese Schätzungen beinhalten noch nicht einmal die zusätzlichen Demenzbetreuungsleistungen, die gemäß der „Pflegereform“ erbracht werden sollen.

„Mit dem Pflegeberuf werden niedrige Bezahlung und schwierige Arbeitsbedingungen verbunden.“  

„Entscheidend ist, dass Pflege „gute Arbeit“ sein muss. Altenpflege ist physische und psychische Schwerstarbeit und muss daher angemessen und fair bezahlt werden. Arbeitgeber, die das tun, müssen vor unfairer Konkurrenz durch Billigpflege mit Dumpinglöhnen geschützt werden.“

Und das gilt u. E. nicht nur für die körperliche Pflege, sondern auch für den geforderten erweiterten Pflegebegriff, der nicht nur alltägliche „Verrichtungen“, sondern auch den allgemeinen Bedarf an Beaufsichtigung und Betreuung sowie die Kommunikation mit berücksichtigt: Die wertschätzende und qualifizierte Betreuung von Demenzkranken und damit die Entlastung pflegender Angehöriger.

Unsere Gesellschaft sollte diese anspruchsvollen Tätigkeiten nicht ausschließlich auf dem Rücken der freiwilligen Helfer austragen (wie es leider in den meisten Bundesländern noch immer getan wird und dieses auch noch politisch gewollt ist). Die durch die „Pflegereform“ favorisierten Pflegedienste werden dieses Problem quantitativ, auch aufgrund des o. a. Fachkräftemangels, nicht in vollem Umfang schultern können. Die qualitativen Aspekte wie Kontinuität oder Flexibilität (absolut notwendig) bleiben auf der Strecke.

Hier ist Umdenken auch und gerade auf politischer Ebene angesagt und privatwirtschaftliche Initiative gefordert.

(Gerade ging durch die Medien, dass vielerorts der freiwilligen Feuerwehr der Nachwuchs ausgehe. „Zwangsrekrutierung“ von Freiwilligen wird angedacht. Feuer entstehen in der Regel nicht vorhersehbar – im Gegensatz zu der kontinuierlich steigenden Zahl von Demenzkranken. Ein brennendes Problem!)

Wettbewerbsverzerrung zu Lasten Demenzkranker politisch gewollt

Qualifizierte Demenzbetreuung durch professionelle Anbieter kann nicht in allen Bundesländern geleistet werden, da die entsprechenden Landesverordnungen dies verhindern. In den meisten Bundesländern ist politisch nicht gewollt, dass professionelle Dienstleister im Bereich der Demenzbetreuung tätig werden – löbliche Ausnahmen bilden hier Nordrhein-Westfalen, Sachsen und das Saarland. In allen anderen Bundesländern setzt man auf ehrenamtliche Helfer und Helferinnen unter pflegefachlicher Anleitung, die mit Sicherheit gute und wertvolle Arbeit leisten.

Es geht dabei in erster Linie um die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Ob diesen das Angebot auch dann zur Verfügung steht, wenn es tatsächlich gebraucht wird, z.B. kurzfristig oder auch am Wochenende, ist dabei vollkommen irrelevant.

Es ist bekannt, dass Demenz eine Krankheit ist, die das Gehirn angreift und nachhaltig schädigt. Sie ist nach dem aktuellen Forschungsstand nicht heilbar, der Krankheitsverlauf lässt sich jedoch verlangsamen, z. B. durch individuelle Förderung, Biographiearbeit und Gedächtnistraining. Der Demenzkranke benötigt Kontinuität in der Betreuung, er kann sich nur sehr schwer auf wechselndes Betreuungspersonal einstellen.

Doch lassen sich diese Notwendigkeiten in qualitativer und quantitativer Hinsicht tatsächlich durch freiwillige Helfer realisieren (ohne Arbeitsverträge, ohne soziale Absicherung, etc.)? Ist es den pflegenden Angehörigen wirklich zuzumuten, auf freiwillige Helfer angewiesen zu sein, ohne die Möglichkeit, eine entsprechende professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu können?

Rechtlicher Anspruch besteht auf Krippenplätze für unter Dreijährige ab Juli 2013, dafür macht sich das Familienministerium stark. Gleichzeitig stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in dem im November 2011 veröffentlichten Leitfaden „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ fest: „In der Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stand lange Zeit die Kinderbetreuung im Vordergrund. Nun rückt aber zunehmend auch die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger in den Fokus“ – aber die zunehmende Anzahl pflegender/betreuender Angehöriger schaut in die Röhre.

Das föderalistische Prinzip in Deutschland, genauer das Selbstbestimmungsrecht der einzelnen Bundesländer im Bereich der Sozialpolitik, verhindert den Wettbewerb zu Lasten der Demenzkranken und der pflegenden Angehörigen, so z. B. durch das Land Berlin, das mit der am 01.04.2011 in Kraft getretenen Landesverordnung professionelle Anbieter im Bereich der Demenzbetreuung nicht mehr zulässt, da nach § 45c SGB XI ausschließlich ehrenamtliche Helfer diese Leistung erbringen sollen.

Für andere öffentlichkeitswirksamere Bereiche (wie z. B. Feuerwehr oder medizinische Versorgung) wäre eine derartige Handlungsweise undenkbar. Aber bei den (inzwischen mehr 1,2 Millionen, Tendenz steigend) Demenzkranken und deren pflegenden Angehörigen handelt es sich um Einzelschicksale, die weniger spektakulär sind, aber nichtsdestoweniger eine Lobby und einen Anspruch auf Hilfe verdienen.

Und diese Wettbewerbsverzerrung ist politisch gewollt. Kartellrechtliche Regelungen gelten zwar auch für den öffentlichen Sektor, aber eben nur dann, wenn er unternehmerisch und nicht hoheitlich tätig wird. Die Bundesländer erlassen die Landesverordnungen jedoch in ihrer Eigenschaft als staatliche Hoheitsträger – weder im Sinne eines fairen Wettbewerbs, noch im Sinne der Demenzkranken und deren pflegender Angehöriger.

Sinnvolles tun (dieser wertvolle Beitrag für die Gesellschaft wird u. a. von den Ehrenamtlern erbracht) und davon leben können (das können sich nur wenige leisten) zum Wohle aller (und hier denken wir an die Demenzkranken und die pflegenden Angehörigen)  sollte die Maxime unseres Handelns sein.

Viele hochmotivierte arbeitswillige ältere Menschen mit hoher Sozialkompetenz suchen eine anspruchsvolle und befriedigende Aufgabe. Sie sind darauf angewiesen, Einkommen zu generieren, um ihre laufenden Kosten decken zu können. um zusätzliche notwendige Anschaffungen zu tätigen oder den Lebensabend abzusichern.

Unabhängig davon, dass die Anerkennung privater Anbieter der Demenzbetreuung auf Bundesebene einen Beitrag leisten könnte, nicht nur die öffentlichen Kassen durch Einzahlung von Sozialabgaben/Steuern etc. zu füllen, die (nicht nur verdeckte) Arbeitslosigkeit abzubauen und gleichzeitig Einkommen zu schaffen, das die Binnennachfrage stärkt, es würde auch die Demenzkranken qualifiziert fördern und ihre Angehörigen effizient und kompetent entlasten.

Hier ist Umdenken gefragt und ein Rechtsanspruch auf Entlastung/Betreuung grundlegende Voraussetzung für eine Bewältigung eines der größten Probleme des demographischen Wandels.

Freiwillige Helfer vs. Qualifizierte Demenzbetreuung

Ohne Frage leisten die ehrenamtlichen Helfer einen unschätzbaren Beitrag für die Gesellschaft und in Not gekommene Menschen.

Gerade im Bereich der Demenzbetreuung, der sogenannten niedrigschwelligen Betreuungsangebote nach § 45 SGB XI wird im Rahmen der jeweiligen Landesverordnungen (fast) ausschließlich auf ehrenamtliches Engagement gesetzt.

Private professionelle Dienstleister werden in den meisten Bundesländern nicht anerkannt, haben daher keine Möglichkeit, direkt mit den Pflegekassen abzurechnen und müssen bei privater Leistungserbringung ihre Kunden  außerdem noch mit der Mehrwertsteuer belasten. Wettbewerb belebt das Geschäft, aber was wir hier erleben, ist eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der privaten Dienstleister.

Durch Subventionen und Zuschüsse durch die öffentliche Hand werden – gerade auch angesichts der oftmals maroden öffentlichen Kassen – Projekte subventioniert, die in erster Linie auf freiwillige Helfer setzen. Die Initiative der Privatwirtschaft wird ausgehebelt. Es werden weder Einkommen generiert noch Sozialabgaben gezahlt. Die Gesetzgeber „schneiden sich ins eigene Fleisch“.

Die Anzahl der freiwilligen Helfer geht zurück, der Zivildienst wurde abgeschafft. Der Bundesfreiwilligendienst kann sich nicht über den erhofften Nachwuchs freuen, mögliche relativ kurze Einsatzzeiten erlauben keine längere Ausbildung/Einarbeitung.

Demenzbetreuung erfordert Kontinuität. Der Demente kann sich aufgrund seiner Krankheit  nicht auf wechselnde Betreuungspersonen einstellen und bedarf einer individuellen Förderung. Die zunehmende Anzahl an Demenzerkrankungen erfordert nicht nur in quantitativer Hinsicht, sondern auch unter qualitativen Aspekten ein verbessertes Angebot. Hierbei ist zu beachten, dass Eignung und background der Betreuungsperson im Einklang stehen zu dem individuellen Betreuungsbedarf des Erkrankten. Aufgrund der nicht vorhandenen Rechtssicherheit bei einer Arbeit ohne Arbeitsvertrag kann eine Garantie dafür, dass eine Betreuungsperson, falls notwendig, auch kurzfristig oder am Wochenende zur Verfügung steht, bei freiwilligen Helfern bei der aktuellen Rechtslage nicht gewährleistet werden. Der pflegende Angehörige kann entlastet werden, aber wird der Erkrankte tatsächlich individuell gefördert?

Erreichen wir mit dieser Praxis wirklich das Ziel des Erhalts der Lebensqualität der Erkrankten und eines möglichst langen Verbleibs in den eigenen vier Wänden?

Ihre Meinung ist gefragt.

Bernd Kaiser

Goldene Jahre bietet 24-Stunden-Betreuung an

Das auf Demenzbetreuung und Seniorenbetreuung spezialisierte Eitorfer Franchise-Unternehmen „Goldene Jahre“ kooperiert mit einem der in Deutschland führenden Anbieter von 24-Stunden-Betreuung zu Hause. Daher ist „Goldene Jahre“ nunmehr in der Lage, vermittelnd entsprechende Pflege- und Betreuungsleistungen überregional anzubieten und damit das Dienstleistungsspektrum abzurunden.

Anspruch von „Goldene Jahre“ ist der Erhalt der Lebensqualität pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen durch liebevolle und individuelle Betreuung in der vertrauten Atmosphäre der eigenen vier Wände – eine Zielsetzung, der sich auch der Kooperationspartner von „Goldene Jahre“ – die Linara GmbH – verschrieben hat.

Durch den Zusammenschluss von Experten aus Management, Medizin und Recht ist bei Linara das deutschlandweit führende Kompetenzzentrum für die 24 Stunden Betreuung entstanden – einer der Gründe, der für ein Zustandekommen dieser Kooperation maßgeblich war. Die exzellenten Ergebnisse einer Kundenzufriedenheitsanalyse, eine transparente Kostenstruktur und nicht zuletzt ein konsequentes Qualitätsmanagement mit dem Fokus langfristiger Beziehungen – sowohl auf Kundenseite als auch bei den Betreuungskräften – haben auch „Goldene Jahre“ überzeugt.

Der Angehörige wird nicht zum Arbeitgeber einer Betreuungskraft mit allen Risiken, Pflichten und Mühen, die damit verbunden wären. Die Betreuer/innen sind bei Partnerunternehmen sozialversicherungspflichtig angestellt und werden von diesen in die Betreuungshaushalte entsandt. Der Ansprechpartner während der gesamten Vertragslaufzeit bleibt Linara.

Die 24 Stunden Betreuung ist die ideale Ergänzung des bewährten Angebotes von „Goldene Jahre“.

Demenz ist kein Synonym für Gedächtnisschwäche, sondern eine Krankheit, die das Gehirn angreift und nachhaltig schädigt. Um eine/n Demenzkranke/n für längere Zeit angemessen zu versorgen, individuell zu fördern und wertschätzend zu motivieren – und damit auch den Pflegenden zu entlasten – bedarf es professioneller Unterstützung. Mit Hilfe Qualifizierter Demenzbetreuung lässt sich der Verlauf der Krankheit nicht aufhalten, aber deutlich verlangsamen.

In fortgeschrittener Phase der Demenz wird eine kontinuierliche Betreuung notwendig, die von den pflegenden Angehörigen in der Regel nicht geleistet werden kann.

Die Kernkompetenz von Goldene Jahre ist die Qualifizierte Demenzbetreuung, die in der Regel in gewohnter Umgebung des Demenzkranken erfolgt. Dieses Entlastungsangebot für pflegende Angehörige ist auf unterschiedliche Erfordernisse abgestimmt und umfasst u. a.

- Individuelles Gedächtnistraining
- Persönliche Biographiearbeit
- Geduldigen wertschätzenden Umgang (Validation)
- Begleitung zu Arztbesuchen
- Unterstützung im Alltag (haushaltsnahe Dienstleistungen)

Ergänzend dazu – ob durch eine fortschreitende Demenz, eine Krankheit, Unfall oder andere altersbedingte Einschränkungen bedingt – bietet „Goldene Jahre“ jetzt auch eine 24 Stunden Betreuung mit einem kompetenten, zuverlässigen und fairen Partner an.

Beruf und Pflege

Der demographische Wandel ist in vollem Gange. Fachkräfte werden händeringend gesucht. Die Mehrzahl der älteren Menschen möchte zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt werden. Die Zahl pflegender Angehöriger nimmt kontinuierlich zu. Ca. 23% der pflegenden Angehörigen sind berufstätig, fast die Hälfte davon in Vollzeittätigkeit.

Das Thema “Pflege” wird zunehmend auch für die Unternehmen relevant.

Der Pflegefall tritt i.d.R. plötzlich und ohne Ankündigung ein und es müssen schnell Lösungen gefunden werden. Oft sind die Betroffenen mit der Situation überfordert und der Arbeitgeber steht vor dem Problem, Personallücken schnell schließen zu müssen.

Im Gegensatz zu einer möglicherweise plötzlich eintretenden krankheits- oder unfallbedingten Pflegesituation ist die Demenz eine Krankheit, die das Gehirn angreift, nachhaltig schädigt, nicht heilbar ist und schleichend fortschreitet. Dieser Prozess kann durch professionelle Betreuungsmethoden hinausgezögert werden.

Chancen für Arbeitgeber ergeben sich hier durch eine aktive und frühzeitige Information der Arbeitnehmer. Dabei hat der pflegende Angehörige bei anerkannter Demenz Anspruch auf Entlastung durch die Pflegekassen bis zu einem Betrag von € 200,00 monatlich.

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben somit Gelegenheit, sich auf einen möglicherweise anstehenden Pflegefall vorzubereiten und Handlungsalternativen zu überdenken,

Demenz

Demenz ist eine Krankheit, die das Gehirn angreift und nachhaltig schädigt. Demenz ist nicht heilbar. Nur bei rechtzeitigem Einsatz professioneller Betreuungsmethoden kann das Fortschreiten der Krankheit hinausgezögert werden.

Wir alle müssen lernen, mit Demenz zu leben und unseren Mitmenschen mit Demenz mit ihren Wünschen, Gefühlen, Erinnerungen und Fähigkeiten in ihrem sozialen Umfeld gerecht zu werden. Hier ist Umdenken gefordert.

Pflegende Angehörige geraten oftmals durch die schwierige und kraftraubende Pflege eines Demenzkranken an die Grenze ihrer Belastbarkeit. Goldene Jahre hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch eine liebevolle qualifizierte Demenzbetreuung den Angehörigen zu entlasten und den Demenzkranken individuell zu fördern und wertschätzend zu motivieren.

Qualifizierte Demenzbetreuung ist die Kernkompetenz von Goldene Jahre.
Die Kunden profiieren von

  • Persönlicher Beratung
  • Direkter Abrechnung mit der Pflegekasse
  • Unterstützung bei der Antragstellung
  • Überregionaler Organisation